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Artikel aus Stern 44/2007 Seite 31

WLAN-Strahlung? „Wir raten zur Vorsicht!“

DIE ZAHL DER WLAN-HOTSPOTS wächst rasant. Bundesweit gibt es schon mehr als 9000 öffentlich zugängliche, hinzu kommen unzählige private. Doch die drahtlosen Internetnetzwerke bergen möglicherweise unterschätzte Gefahren. Das Bundesamt für Strahlenschutz und die Bundesregierung empfehlen, stattdessen Kabel zu nutzen. Der bayerische Landtag riet den Schulen sogar, auf Hotspots ganz zu verzichten. Fragen an Hans Ulrich Raithel vom Münchner Umweltinstitut.

 

Kann WLAN gefährlich sein?

Bei WLAN werden Informationen über elektromagnetische Felder übertragen. Diese Felder sind oft stärker als die vom Mobilfunkmast auf dem Dach eines Nachbarhauses. Die Fachwelt ist zunehmend der Ansicht, dass der Mensch diese Belastung reduzieren soll, vor allem im Innenbereich.

 

Was genau sind denn die Gefahren?

Die Strahlung kann einerseits thermische Wirkungen auslösen, also das Gewebe erhitzen. Hier schützen die Grenzwerte ausreichend. Darüber hinaus gibt es elektromagnetische Wechselwirkungen der Hotspots. Sie können sich beispielsweise in Kribbeln, innerer Unruhe oder Kopfschmerzen äußern. Leider gibt es hier wenige Studien. Wir raten aber zur Vorsicht.

 

Warum sind Kinder besonders gefährdet?

Weil sie generell empfindlicher reagieren als Erwachsene. Deswegen schützen wir sie ja auch vor Alkohol, Zigarettenqualm und anderen Schadstoffen. Sie sollten übrigens auch zu Hause vor WLAN-Strahlung bewahrt werden: Da halten sie sich mehr auf als in der Schule.

 

Und Erwachsene?

Wir empfehlen grundsätzlich, vermeidbare Strahlenbelastung zu unterbinden. WLAN ist leicht durch Kabel ersetzbar.

 

Gibt es auch ein Problem, wenn man WLAN gar nicht nutzt, aber ein Hotspot im Hotel oder in der Nachbarwohnung ist?

Im Nahbereich von Hotspots gibt es immer kräftige Felder. Wer denen ausweichen möchte, sollte an der Hotelrezeption nach einem Zimmer weit weg vom Hotspot fragen. Und die Nachbarn bitten, Kabel zu nutzen oder zumindest den Access-Point auszuschalten, wenn sie nicht online sind. Zudem kann man die Sendeleistung des Access-Points reduzieren.

 

Quelle: Matthias Weber/Stern/Picture Press